Schlechte Luft und saurer Regen haben seinerzeit den Anstoß gegeben, den Umgang mit der Natur zu überdenken. Viele Maßnahmen – beispielsweise die Umweltplaketten oder die Mülltrennung – wurden hierzulande inzwischen umgesetzt. Auch die staatliche Förderung zur Gewinnung von Energie auf regenerativer Basis hat zum Schutze der Umwelt beigetragen. Deutschland nimmt hier eine Vorreiterrolle ein.

Umweltschutz
Umweltschutz

Betroffen von den Folgen von Umweltverschmutzung sind alle Länder dieser Erde. Bedingt durch den Klimawandel nehmen in einigen Regionen Überschwemmungen und intensive Regenfälle massiv zu, während andere Länder unter Hitzewellen und lang anhaltenden Dürreperioden mit der Folge von Ernteausfällen leiden. Hauptverursacher sind vor allem die reichen Industriestaaten, die durch ihre Lebensweise den Klimawandel maßgeblich verursacht haben. Die Konsequenzen treffen jedoch zuerst die Entwicklungsländer, die sich davor mangels finanzieller Mittel viel schlechter schützen können.

Die Kirche sieht sich beim Umgang mit der Schöpfung gegenüber den Armen, den künftigen Generationen und der ganzen Menschheit in der Pflicht und mahnt zu verantwortungsbewusstem Handeln. Dies hat Papst Benedikt XVI. in der Enzyklika „Caritas in veritate“ sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Nur durch einen tatsächlichen Gesinnungswandel dürfte es möglich werden, die Entscheidungen für Konsum, Sparen und Investitionen zu beeinflussen. Es erfordert gemeinsames Handeln auf internationaler Ebene, um Umwelt, Ressourcen und Klima schützen zu können. Die Kirche fordert daher auch die hochindustrialisierten Länder auf, ihren Energieverbrauch zu verringern. Die Suche nach alternativen Energien müsse weiter beschleunigt werden. Über eine gerechte internationale Kostenverteilung konnten sich die Politiker aber auch anlässlich des Klimagipfels in Kopenhagen im Dezember 2009 nicht einigen – der Gipfel gilt als gescheitert.

Effizienter Umweltschutz kann jedoch nur dann erreicht werden, wenn sich alle daran beteiligen. Dazu sind viele Menschen auf der Welt bereit, Kosten zu tragen: Eine Umfrage dazu hat ergeben, dass auch Chinesen oder Mexikaner bereit wären, einen Teil ihres Einkommens für den Umweltschutz herzugeben. In China sind es erstaunlich hohe 82 Prozent der Menschen, die einer diesbezüglichen Frage zustimmen. In den reicheren Staaten ist man da sogar eher zurückhaltend. In den Vereinigten Staaten würden immerhin noch rund 52 Prozent einen gewissen Teil ihres Einkommens für den Umweltschutz opfern. Eher gering ist die Bereitschaft, sich finanziell am Umweltschutz zu beteiligen, in Deutschland:

Nur 37 Prozent der Deutschen wollen sich mit ihrem Einkommen an weiteren Maßnahmen zum Umweltschutz beteiligen! Hier überwiegt sogar klar der Anteil derer (etwa 63 Prozent), die keine Bereitschaft zeigen, sich mit ihrem eigenen Geld zu beteiligen.

Woran liegt das? Vermutlich verbirgt sich hinter der geringen Zahlungsbereitschaft in Deutschland ein abnehmender Grenznutzen. In Deutschland ist das Umweltengagement hoch und damit auch der Umweltschutz im weltweiten Vergleich relativ ausgebaut. Daher ist der zusätzliche Nutzen – der Grenznutzen – bei weiteren Maßnahmen geringer, als wenn in anderen Ländern erste rudimentäre Schutzmaßnahmen eingeleitet werden. Gleichzeitig sind die Beiträge für den Umweltschutz in Form von Steuern und Abgaben sowie Regulierungen im internationalen Vergleich recht hoch. Vielleicht eine Botschaft an die Politik zum Beispiel beim Klimaschutz noch stärker auf internationale Lösungen zu setzen.

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Wirtschaft und Ethik, 27. Juli 2011

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