Skyline und Hafen von Panama-Stadt Image
Panama-Stadt, bislang ein sicherer Hafen für Politiker, Sportler und Prominente, die dubiose Finanzgeschäfte abwickeln wollten. Foto: Arpad Benedek/iStock

Per se ist es nicht illegal, eine Briefkastenfirma zu gründen. Doch zu oft nutzen Personen und Institutionen diese, um illegal erzielte Gewinne – beispielsweise aus Geldwäsche oder Drogenhandel – zu verstecken. Und Steueroasen auszunutzen, ist aus ethischer Sicht ohnehin fragwürdig. Die politische Debatte wird sich also darum drehen müssen, wie die Regeln angepasst werden, damit diese Art von Geschäften möglichst bald nicht mehr nur illegitim ist, sondern qua Gesetz illegal.

Die Politik – auch die deutsche – sollte bei dieser Diskussion eine Wahrheit nicht aus den Augen verlieren: Es ist zwar sinnvoll, Regeln immer wieder anzupassen. Doch eine Rahmenordnung, die jede Form von Fehlverhalten sanktioniert, kann es nicht geben. Es wird immer eine Lücke zwischen dem gesetzlich Möglichen und dem gesellschaftlich Gewollten geben. Deshalb müssen einzelne Bürger, Unternehmen und die Politik diese Lücke ständig durch ihr Verhalten und ihre Entscheidungen schließen.

Dabei sind jene Normen, Traditionen und Bräuche hilfreich, die nicht gesetzlich niedergeschrieben sind, aber doch eingehalten werden müssen – denn: Verstößt ein Akteur gegen sie, wird er zwar nicht juristisch verfolgt, aber sein Ruf leidet und er wird sozial ausgegrenzt. Was im Falle von Unternehmen passieren kann, konnte man anhand der Finanzindustrie beobachten. Diese hat sich vor der Krise zwar in den meisten Fällen juristisch korrekt verhalten, aber dennoch nicht so, wie es die Gesellschaft erwartet hat. Das Resultat war eine deutliche Einschränkung ihrer Handlungsfreiheit durch Regulierung.

Auf Individual- und Unternehmensebene spielt also die Übernahme von Verantwortung eine entscheidende Rolle. Die Ordnungsebene ist aber auch gefragt, damit langfristig kein Wettbewerbsnachteil für die stark regulierten Staaten entsteht. Beispielsweise, indem sie auf internationaler Ebene Druck auf die Steueroasen ausübt. Darauf zielt auch der Vorschlag von Heiko Maas, ein nationales Transparenzregister einzuführen, ab. Dieses könnte ein Signal an andere Staaten und Organisationen sein. Dass das funktionieren kann, zeigt sich am Beispiel Schweiz: Der Druck der Europäischen Union hat dazu geführt, dass die Schweiz ihre Steuergesetzgebung den europäischen Regeln stärker angepasst hat.

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Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft
IW-Report, 30. März 2017

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Über Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft wird vor allem in Zeiten von wirtschaftlichen Krisen gesprochen. Sie dienen dann als eine Art Puffer und gleichen die Härten einer Rezession gerade für Personen mit geringeren oder mittleren Einkommen aus. Gerade in Südeuropa ist Schattenwirtschaft weitverbreitet. mehr

Schwarzarbeit
Pressemitteilung, 30. März 2017

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Die Bundesrepublik versucht seit genau 60 Jahren per Gesetz die Schwarzarbeit einzudämmen – mit äußerst mäßigem Erfolg, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt: 75 bis 83 Prozent aller Haushaltshilfen in Deutschland sind nicht angemeldet. mehr

Causes and Consequences of Corruption
IW-Report, 25. Januar 2017

Dominik Enste / Christina Heldman Causes and Consequences of CorruptionArrow

Corruption is a main threat in many countries around the world. Therefore, the causes and consequences of corruption are analyzed in various empirical studies. Since the results are quite mixed, we have summarized the findings of the central empirical literature from the last two decades for a comprehensive overview. mehr